Zunächst
informiert
man sich über
das Wetter
wetter

Sudden Attack

Exposé

1. Treatment [Advertising: Getränke ]
2. Treatment [Advertising: universelle Produkte ]

3. Treatment [Advertising: Personenauto ]

Dann
interessiert
man sich für die
Sportergebnisse
Sport aktuell
Nun interessiert
man sich für
Nachrichten
News
exclusiv
RayCharles Kultur
muss sein!
Kulturreport

"To The MEMORY Of"

RAY CHARLES †10.Juni 2004

Ray Charles Ray Charles
hören & lesen : "Georgia ON MY MIND" (back to text)
hören & lesen : "Hit The Road Jack" (back to text)

"Ohne Textbezug: I Can't Stop Loving You"

Im Febr. 2005 wurde Ray Charles posthum mit 8 Grammy geehrt.
Damit ist sein Lebenswerk in der Summe mit 20 Grammy auf ewig gewürdigt !

Spielend zur Legende werden 

Von Daniel Haas

Er schuf aus Gospel und Blues einen neuen Sound, begeisterte Country- und Jazzfans weltweit und prägte die Popmusik für immer: Ray Charles war das "Genius of Soul". Soul-Legende Charles: "Soul ist wie Elektrizität" "Hey Mama won't you treat me wrong/ Come and love your Daddy all night long", sang Ray Charles 1959, und schon war der Skandal perfekt. Der Song "What I'd Say" träumte von den Wonnen körperlicher Liebe, verschmolz geschickt die Hingabe von Gospel mit dem Groove des Blues - und landete prompt auf dem Index der Radiosender. "She knows how to take that thing", schwärmte der Sänger von seiner Geliebten - im miefigen Klima der McCarthy-Ära ein Skandal. So begann die Karriere von Ray Charles, dem Gründervater des Soul: Von weißen Radiomanagern verteufelt, von schwarzen Musikerkollegen scharf kritisiert, schuf Charles mit Titeln wie "I Got a Woman" und "This Little Girl of Mine" jenen Sound, der heute eine ganze Popkultur befruchtet: Blues, teuflisch weltlicher Sound, und Gospel, die göttliche Kirchenmusik des schwarzen Amerikas, in heiliger Allianz.
Ray Charles
  Dabei gaben Erfolg und Anerkennung nicht von Anfang an den Ton an: 1930, in Albany, Georgia als Sohn eines Eisenbahnarbeiters und einer Wäscherin geboren, war Charles allen Härten der schwarzen Unterschichtsverhältnisse ausgesetzt. Moll ist die Tonlage dieser frühen Jahre: Mit sechs Jahren wird er Zeuge, wie sein Bruder in einem Waschtrog ertrinkt, mit sieben verliert er sein Augenlicht, mit 15 beide Eltern. Auf der Blindenschule von St. Augustine/Florida, wo Charles eine klassische Klavierausbildung erhielt, lernte er Bach und Beethoven kennen - erste Verbündete im Kampf, der Armut zu entkommen. Zu den Genies der Klassik gesellten sich schnell die Großen des Jazz als Inspirationsquelle: Im "Red Wing Cafe" in Charles' Heimatstädtchen Greensville lernte der junge Pianist den Groove von Louis Armstrong und Hank Williams kennen. In Jazzkneipen beginnt auch der Aufstieg des legendären Musikers: Nachdem er mit 16 Jahren die Schule abbricht, gründet er 19-jährig sein erstes Trio. Sein Vorbild war Nat King Cole, dem als erstem schwarzen Musiker der Sprung aus den schwarzen Charts in die weißen Hitparaden geglückt war. Charles' Verehrung für den erfolgreichen Crooner ging so weit, dass man ihn bald als "Nat Kid Cole" hänselte - Spötteleien, denen Ahmet Ertegun und Jerry Wexler, die Chefs des Atlantic-Labels, 1952 ein Ende setzten. Sie gaben dem jungen Talent einen Plattenvertrag - der Startschuss für Charles, seinen eigenen unverwechselbaren Sound zu kreieren. Mit "I Got a Woman" und "What I'd Say", millionenfach verkauften Hitsingles, gelang der Durchbruch. 1960, auf dem Gipfel seines Erfolgs, wechselte Charles zu ABC Paramount, es folgte ein Album mit Country-Standards, das erneut die Vielseitigkeit des Künstlers unterstrich. "Der früheste Abschnitt meines Lebens war von Musik vieler Stilrichtungen erfüllt", bekannte Charles in seiner Autobiografie "What I'd Say"; die Trennung von schwarzer und weißer Musik war dem Soulsänger immer unverständlich. Den Wechsel ins Country-Fach jedenfalls dankten ihm die Fans mit noch mehr Anerkennung: Seine Interpretationen von "I Can't Stop Loving You" und "Georgia On My Mind" gelten als Klassiker der Popmusik. "Hit The Road Jack" , einer der vielen Hits des Soul-Maestros, blieb bis ins Alter sein Motto: 1984 feierte Charles 40-jähriges Bühnenjubiläum. Internationale Stars würdigten den Meister der modernen Popmusik mit der Galashow "A Man and His Soul", die weltweit im Fernsehen übertragen wurde. Noch in den neunziger Jahren war Charles neun Monate pro Jahr auf Tournee, ein "Soulman", beseelt von der Liebe zur Show und zum Publikum. "Soul ist wie Elektrizität, wie ein Geist, wie ein Magnet" bekannte der Musiker einmal, und es stimmt, sein Sound zieht an - bis heute. Ray Charles starb am Donnerstag im Alter von 73 Jahren an den Folgen einer Leberkrankheit in seinem Haus in Beverly Hills. -------------------------------------------------------------------------------- © SPIEGEL ONLINE 2004 -------------------------------------------------------------------------------- Zum Thema: In SPIEGEL ONLINE: · Reaktionen: "Wir haben ein Genie verloren" (11.06.2004) http://www.spiegel.de/kultur/musik/0,1518,303839,00.html

(zurück)

--------------------------------------------------------------------------------